Beschäftigungsbonus (09.10.2017)
 
Neuregelung  Mitarbeiterrabatte (01.02.2016)
 
Umsatzsteuer 13% ab 2016 (22.12.2015)
 
Registrierkassenpflicht (20.10.2015)
 
Registrierkassenpflicht (29.06.2015)
 
Steuerreform 2015/2016 (21. Mai 2015)

Meldepflichten bei Werk- oder Dienstleistungen in Deutschland (19. Mai 2015)

Richtige Einstufung in den Kollektivvertrag bei Neueintritt (28.04.2015)

Lohndumpingregelungen ab 1.1.2015 (23.02.2015)

Pendlerrechner 2.0 (13.08.2014)

Kleinbetragsrechnungen (17. April 2014)

Evaluierung der psychischen Belastung (17. März 2014)

Änderung der Sachbezugswerteverordnung – PKW-Sachbezug wird angehoben (26. Februar 2014)
 
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Beschäftigungsbonus - Rechner und FAQs (09.10.2017)
Auf der Homepage der AWS zum Beschäftigungsbonus ist nun ein „Bonus-Rechner“ installiert worden. Nach Eingabe der geplanten Beschäftigungsdaten in den „Bonus-Rechner“ wird die zu erwartende Zuschusshöhe zu den Lohnnebenkosten berechnet und angezeigt. Den „Bonus-Rechner“ können Sie hier abrufen:
http://www.beschaeftigungsbonus.at/der-beschaeftigungsbonus/der-beschaeftigungsbonus/bonus-berechnen/

Weiters weisen wir darauf hin, dass die AWS die detaillierte Fragen- und Antwortliste (FAQs) zum Beschäftigungsbonus regelmäßig mit Erkenntnissen aus den Beratungsgesprächen ergänzt.
Die aktuelle FAQs zum Beschäftigungsbonus (Stand 1.10.2017) können Sie hier abrufen:
http://www.beschaeftigungsbonus.at/fileadmin/user_upload/aws
_BESCHAEFTIGUNGSBONUS/Downloads/Beschaeftigungsbonus_FAQ.pdf

 
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Neuregelung der Mitarbeiterrabatte ab 1.1.2016
(01.02.2016)

Mit 1.1.2016 wurde für sämtliche Berufsgruppen ein Freibetrag bzw. eine Freigrenze für Mitarbeiterrabatte eingeführt.
Für die Steuerbefreiung müssen folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • der Mitarbeiterrabatt wird allen Arbeitnehmern oder bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern gewährt
  • Mitarbeiterrabatte bis maximal 20% (= Freigrenze) sind steuerfrei
  • bei Übersteigen der 20%-igen Freigrenze bleiben Rabatte insoweit steuerfrei, wenn sie den Freibetrag von EUR 1.000,00/Jahr und Mitarbeiter nicht überschreiten

Es ist ratsam alle gewährten Mitarbeiterrabatte pro Mitarbeiter aufzuzeichnen, egal ob die Freigrenze überschritten wird oder nicht.
Das Überschreiten der 20%-Grenze ist auf alle Fälle aufzuzeichnen und auf dem Lohnkonto zu erfassen.
Überschreitet der Mitarbeiterrabatt bei einem Einzeleinkauf die Freigrenze von 20 % nicht, übersteigt jedoch die Summe der Rabatte aus derartigen Einzeleinkäufen den Betrag von EUR 1.000,00/Jahr, dann liegt dennoch kein Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor.
Der Mitarbeiterrabatt ist von jenem Endpreis zu berechnen, zu dem der Arbeitgeber die Ware oder Dienstleistung fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet. Der Endpreis ist daher jener Preis, von dem übliche Kundenrabatte bereits in Abzug gebracht wurden
Beispiel: Freigrenze und Freibetrag
Ein Unternehmer verkauft eine Ware an fremde Abnehmer um € 100,00 (üblicher Preis abzüglich üblicher Rabatte).

  1. Seinen Mitarbeitern verkauft er die gleiche Ware um € 80,00. Die Befreiung kommt zur Anwendung (kein Sachbezug), da die 20%- Grenze nicht überschritten wird.
  2. Die gleiche Ware wird den Mitarbeitern um € 70,00 verkauft. Der Rabatt übersteigt die 20%- Grenze; es liegt ein geldwerter Vorteil in Höhe von € 30,00 vor, der allerdings nur dann zu besteuern ist, wenn der jährliche Freibetrag von € 1.000,00 überschritten  wird.
     

Beispiel: Überschreiten des Freibetrages
Ein Unternehmer verkauft eine Ware an fremde Abnehmer um € 10.000,00. Seinen Mitarbeitern verkauft er die gleiche Ware um € 7.500,00. Der Rabatt übersteigt die 20%- Grenze, es liegt ein geldwerter Vorteil in Höhe von € 2.500,00 vor.  Da der jährliche Freibetrag von € 1.000,00 überschritten wird, ist die Differenz von € 1.500,00 als laufender Bezug zu versteuern.
 
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Umsatzsteuer 13% ab 2016
(22.12.2015)
Folgende Leistungen unterliegen dem Umsatzsteuersatz von 13% ab 01.01.2016:
·        Lieferung und Einfuhr von lebenden Tieren, Pflanzen, Tierfutter, Abfällen der Lebensmittelindustrie, tierischen und pflanzlichen Düngemitteln und Brennholz
·        Einfuhr von Kunstgegenständen, Briefmarken, Sammlungsstücken sowie Antiquitäten (mehr als 100 Jahre alt)
·        Lieferung von Kunstgegenständen durch Urheber oder Rechtsnachfolger
·        Aufzucht, Mästen und Halten von Tieren sowie die Anzucht von Pflanzen
·        Leistungen der Vatertierhaltung, Förderung der Tierzucht und künstliche Tierbesamung
·        Umsätze von Künstlern
·        Umsätze von Schwimmbädern und Thermalbehandlungen
·        Film- und Zirkusvorführungen sowie Leistungen von Schaustellern
·        Eintrittsberechtigungen für sportliche Veranstaltungen
·        Personenbeförderung mit Luftverkehrsfahrzeugen im Inland
·        Ab-Hof-Verkauf von Wein
 
Folgende Leistungen unterliegen dem Umsatzsteuersatz von 13% ab 01.05.2016:
·        Theater-, Musik- und Gesangsaufführungen sowie Leistungen von Museen und Naturparks, sofern sie nicht von Gebietskörperschaften oder von gemeinnützigen Vereinigungen erbracht werden
·        Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und damit verbundene Nebenleistungen; bei Pauschalangeboten hat eine Aufteilung zu erfolgen, da die Verabreichung eines ortsüblichen Frühstücks weiterhin dem Steuersatz            von 10% unterliegt.
·        Vermietung (Nutzungsüberlassung) von Grundstücken für Campingzwecke und damit verbundene Nebenleistungen, soweit ein einheitliches Entgelt entrichtet wird
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Registrierkassenpflicht

(20.10.2015)

Information der Wirtschaftskammer über verschiedene Fragen zur Registrierkassenpflicht ab 2016:

https://www.wko.at/Content.Node/Service/Steuern/Weitere-Steuern-und-Abgaben/Verfahren---Pflichten-im-oesterr--Steuerrecht/Registrierkassenpflicht---FAQ.html

 

In der Pressestunde am 18.10.2015 hat Vizekanzler Reinhold Mitterlehner Straffreiheit bis Juni 2016 angekündigt, wenn bis dahin noch keine Registrierkassa angeschafft wurde.

http://kurier.at/politik/inland/registrierkassen-pflicht-schelling-gewaehrt-wirten-gnadenfrist/159.198.824

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Registrierkassenpflicht

(29.06.2015)

Im Rahmen der Steuerreform wird ab 01.01.2016 eine Registrierkassenpflicht zur Bekämpfung von Umsatzverkürzungen bei Bargeschäften beschlossen.

 

Wann muss eine Registrierkasse angeschafft werden?

• Wenn der Nettoumsatz pro Jahr über € 15.000,00 beträgt.

• Die Anzahl der Geschäftsfälle, die bar eingenommen werden, muss über 50 % der Gesamtgeschäftsfälle liegen. Beispiel: Es werden 200 Rechnungen geschrieben und 300 bar bezahlte Umsätze erzielt. Hier gilt Registrierkassenpflicht.

• Wenn nicht die kalte Händeregelung zutrifft (Maronibrater usw.)

 

Welche Registrierkassen sind geeignet?

• Es gibt verschiedene Typen von Registrierkassen. Sie müssen alle dem Standard E131 entsprechen. Dieser wird in einer Verordnung vom Finanzministerium noch festgelegt.

 

Besonderheiten:

• Es müssen alle Bareinnahmen in die Registrierkasse eingegeben werden. Sollte ein Barumsatz ausser Haus getätigt werden, muss vor Ort ein Paragon ausgestellt werden. Anschliessend muss dieser Umsatz zeitnah in die Registrierkasse eingegeben werden.

• Es wird eine Belegerteilungspflicht beschlossen. Dies bedeutet, dass für jeden Bargeschäftsfall ein Beleg erteilt werden muss.

• Bei einer Leistung ausser Haus, die nicht bar bezahlt wird (Zielgeschäft mit Rechnung) braucht kein Beleg erteilt werden.
Dies soll eine erste Information sein. Die endgültige Gesetzwerdung ist für 23. Juli 2015 vorgesehen, wobei noch Änderungen möglich sind! Danach wird eine Verordnung ergehen um die genauen Details zu definieren.

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Steuerreform 2015/2016
(21. Mai 2015)
Hier geht es zu den Entwürfen betreffend der Steuerreform 2015/2016 (Bundesministerium für Finanzen):
https://www.bmf.gv.at/steuern/Steuerreformgesetz-2015.html
 

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Meldepflichten bei Werk- oder Dienstleistungen in Deutschland
(19. Mai 2015)
 
Österreichische Unternehmen, die in Deutschland Werk- oder Dienstleistungen erbringen,  und zu diesem Zweck Arbeitnehmer nach Deutschland entsenden, haben ab dem 1.1.2015 ihren Mitarbeitern mindestens den gesetzlichen Mindestlohn (regelmäßiger Grundlohn  ohne Zulagen und Zuschläge)  in der Höhe von € 8,50 pro Stunde zu bezahlen.
Für bestimmte Branchen bestehen darüber hinaus Melde-, Aufzeichnungs- und Bereithaltungspflichten.  
Eine Pflicht zur Meldung an die deutschen Zollbehörden trifft österreichische Arbeitgeber dann, wenn sie dazu entweder nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG) oder dem Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG)  verpflichtet sind. Entsendungen in diesen Branchen müssen VOR Beginn der Arbeiten in Deutschland angemeldet werden. Ferner sind Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen und alle Lohnunterlagen grundsätzlich in Deutschland bereitzuhalten. Die Meldung hat beim deutschen Zoll an die Bundesfinanzdirektion in Köln zu erfolgen
 
Meldepflichten nach dem deutschen Arbeitnehmerentsendegesetz:
Die Meldeverpflichtung gilt für folgende Branchen:
·         Abfallwirtschaft, einschließlich Straßenreinigung und Winterdienst
·         Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen nach dem 2. oder 3.  Buch Sozialgesetzbuch
·         Bauhauptgewerbe
·         Baunebengewerbe: Dachdecker, Elektrohandwerk, Garten- Landschafts- und
               Sportplatzbau, Gerüstbau, Maler und Lackierer, Montageleistungen auf
               Baustellen; Steinmetz, Steinbildhauer
·         Bergbauspezialarbeiten auf  Steinkohlebergwerken
·         Briefdienstleistungen
·         Friseurhandwerk
·         Gebäudereinigungsleistungen
·         Land- und Forstwirtschaft
·         Pflegedienstleistungen
·         Schlachten und Fleischverarbeitung
·         Sicherheitsdienstleistungen
·         Textil- und Bekleidungsindustrie
·         Wäschereidienstleistungen im Objektkundengeschäft
 
Sollte nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz ein (höherer) Branchenmindestlohn gelten, so ist dieser zu bezahlen.
 
Meldepflichten nach dem deutschen Mindestlohngesetz:
Die Meldeverpflichtung kommt grundsätzlich  für österreichische Arbeitgeber in Frage, die Arbeitnehmer nach Deutschland in folgenden Branchen beschäftigen:
·         Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen
·         Baugewerbe mit allen Haupt- und Nebengewerben, wie z.B. das Schreinerhandwerk
                sowie der Holzbe- und verarbeitenden Industrie einschl. der Holzfertigbauindustrie
·         Fleischwirtschaft
·         Forstwirtschaft
·         Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe
·         Gebäudereinigungsgewerbe
·         Personenbeförderungsgewerbe
·         Schaustellergewerbe
·         Speditions-, Transport- und damit verbundenen Logistikgewerbe
 
Zu melden sind die Beschäftigungsorte, Beginn und Dauer der Beschäftigung und die Namen der entsandten Mitarbeiter. Außerdem sind Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen und die Lohnunterlagen in Deutschland bereitzuhalten. Alle Änderungen sind ebenfalls zu melden.
Bei der Branchenzugehörigkeit ist immer auf den Gesamtbetrieb, und nicht auf die konkrete Tätigkeit in Deutschland abzustellen.
ACHTUNG: die Zahlung des Mindestlohns ist von einer allfälligen Meldepflicht unabhängig!
 
Vereinfachte Meldung – Einreichen eines Einsatzplans:
Österreichische Arbeitgeber, die Arbeitnehmer  in Deutschland in den oben genannten Branchen
1.       an einem Beschäftigungsort
          a)       zumindest teilweise vor 6 Uhr oder nach 22 Uhr oder
          b)       in Schichtarbeit
2.       an mehreren Beschäftigungsorten am selben Tag oder
3.       in ausschließlich mobiler Tätigkeit
beschäftigen, haben eine „Einsatzplanung“ vorzulegen. Dadurch sollen Einzelmeldungen entfallen und das Meldeverfahren vereinfacht werden.
Statt einer Einzelmeldung reicht beispielsweise bei wechselnden Einsatzorten und bei Schichtarbeit die Übermittlung einer Einsatzplanung für einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten aus.
 
Nachunternehmerhaftung:
Das Mindestlohngesetz sieht eine Nachunternehmerhaftung in dem Sinne vor, dass Unternehmen unter bestimmten Umständen dafür haften, dass die von Ihnen beauftragten Unternehmen das Mindestlohngesetz einhalten. Diese Haftung für Subunternehmer erfolgt in zweierlei Hinsicht:
·         Generalunternehmerhaftung
Ein Unternehmen, welches ein branchengleiches Unternehmen beauftragt, Dienst- oder Werkleistungen zu erbringen, haftet gegenüber dessen Arbeitnehmern für die Zahlung des Mindestlohnes.
·         Allgemeine Unternehmerhaftung
Darüber hinaus kann gegen einen Unternehmer immer ein Bußgeld verhängt werden, wenn er „schuldhaft“ und in erheblichem Umfang ein anderes Unternehmen beauftragt hat, von dem er wusste oder hätte wissen können, dass dieses das Mindestlohngesetz nicht einhält.  Dies gilt für alle Unternehmen, es kommt nicht auf eine Generalunternehmereigenschaft an.  Z.B ein österreichisches Unternehmen beauftragt ein ausländisches Unternehmen, von dem er wusste, dass das ausländische Unternehmen seinen Arbeitnehmern den Mindestlohn nicht bezahlt.
 
Der Arbeitgeber ist  darüber hinaus verpflichtet, den zuständigen Sozialversicherungsträger über die Entsendung zu informieren. Dieser stellt eine Bescheinigung  über die anzuwendenden Rechtsvorschriften aus (A1 Formular).
 
Strafen:
Bei Verstoß gegen die Melde- und Aufzeichnungspflichten können Strafen bis zu € 30.000,00 verhängt werden.
Bei Verstoß gegen das Mindestlohngesetz  und gegen die Auftraggeberpflichten können Strafen bis zu € 500.000,00 verhängt werden.
 
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Richtige  Einstufung  in  den  Kollektivvertrag  bei  Neueintritt
(28.04.2015)
 
Beginnt ein neuer Mitarbeiter, so muss unter anderem die richtige Einstufung in den Kollektivvertrag erfolgen.
Dabei ergibt sich die passende Beschäftigungsgruppe in der Regel aus der Art der Tätigkeit. Bei der Anrechnung von Vordienstzeiten sind sogenannte Berufsjahre zu beachten. Folgende Unter- scheidung trifft man dabei:
Betriebszugehörigkeit
·         Anzahl der Praxisjahre (alle Zeiten, die ein Dienstnehmer bereits gearbeitet hat)
·         Anzahl der Verwendungsgruppenjahre (Zeiten, die ein Dienstnehmer in einer bestimmten
   Ver­wendungs­gruppe gearbeitet hat)

Bei Arbeitern wird in den meisten Kollektivverträgen nur die Betriebszugehörigkeit im selben Betrieb angerechnet, während bei den Angestellten in den meisten Fällen auch Praxisjahre in anderen Betrieben angerechnet werden müssen (sog. Vordienstzeiten).
Je nach Kollektivvertrag werden alle Praxisjahre angerechnet oder nur Praxisjahre, die ein Mitarbeiter bereits in der betreffenden Branche gearbeitet hat. Einige Kollektivverträge geben auch eine Ober-grenze für anrechenbare Jahre an. Die Anrechnung von Schulzeiten wird ebenfalls je nach Kollektivvertrag unterschiedlich bewertet. Vergleichbare Dienstzeiten im EU- bzw. EWR-Raum sind inländischen Dienstzeiten gleichzustellen.
Für die exakte Einstufung muss der Arbeitgeber bei der Einstellung nach Vordienstjahren fragen und kann selbstverständlich einen Nachweis über diese Jahre verlangen (z.B. Dienstzeugnisse). Grundsätzlich sind die Angaben von Vordienstjahren im Lebenslauf auch ausreichend.
 
ACHTUNG
Nur wenn der Mitarbeiter vom Arbeitgeber ausdrücklich über seine Vordienstjahre befragt wurde (z.B. Eintrittsbogen, Eintrittsformular, Gesprächsprotokoll, etc.), tritt die kollektivvertragliche Verfallsfrist ein, ansonsten kann es rückwirkend zu einer höheren Einstufung kommen.
Die richtige Einstufung sollte sich der Arbeitgeber im Dienstzettel – oder noch besser im Dienstvertrag – jedenfalls bestätigen/unterschreiben lassen.
 
Richtige  Einstufung  in  den  Kollektivvertrag  bei  bestehenden Dienstverhältnissen
 
Aber nicht nur bei Neueintritten ist die richtige Einstufung vorzunehmen. In manchen Kollektivverträgen gibt es die Regelung, dass ein Mitarbeiter nach einer bestimmten Anzahl von Dienstjahren in eine höhere Beschäftigungsgruppe eingestuft werden muss (z.B. KV für Angestellte und Lehrlinge in Handelsbetrieben oder KV für Angestellte von Unternehmen im Bereich Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik).
Wenn sich das Aufgabengebiet eines Mitarbeiters ändert, so ist möglicherweise auch eine Einstufung in eine andere Beschäftigungsgruppe vorzunehmen.
 
Mögliche  Auswirkungen  einer  „Falscheinstufung“
Wenn ein Mitarbeiter in einer falschen Beschäftigungsgruppe eingestuft wurde, so kann dies zu einer kollektivvertraglichen Unterzahlung führen. Neben der Möglichkeit, dass der Mitarbeiter diese Unterzahlung nachfordert, ist man auch sofort in der Problematik des Lohn- und Sozialdumpings.
 
Zusammenfassung
 
Es ist daher sehr wichtig, die richtige Einstufung gemeinsam mit dem Mitarbeiter abzuklären und in regelmäßigen Abständen die Richtigkeit der Einstufung zu überprüfen.
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Lohndumpingregelungen ab 1.1.2015
(23.02.2015)
 
Die am 1.1.2015 in Kraft getretene Novelle des Lohn- und Sozialdumpinggesetzes regelt wesentlich strenger, wann Lohndumping vorliegt und erhöht gleichzeitig die Strafen.
 
Beispiele für strafbares Lohndumping
Verletzung der lohndumpingrelevanten Gesetze:
-          Fallweise beschäftigte Personen erhalten keine Urlaubsersatzleistung  (abweichende Regelungen im Kollektivvertrag beachten)
-          Arbeitnehmern werden die geleisteten Überstunden vorenthalten
-          Arbeitnehmer bekommen im Kranken-, Urlaubs- und Feiertagsentgelt  die Überstunden nicht fortbezahlt  (Ausfallsentgelt für Nichtleistungszeiten)
In allen Fällen liegt Lohndumping vor.
 
Anwendung des falschen Kollektivvertrages:
-          Wird den Arbeitnehmern aufgrund der Anwendung eines falschen Kollektivvertrages weniger bezahlt als ihnen zusteht, liegt Lohndumping vor.
 
Überstundenabgeltung:
-          Geleistete Überstunden werden durch Zeitausgleich, und zwar nur im Verhältnis 1:1 abgegolten
-          Eine Gleitzeitregelung basiert nur auf einer mündlichen Abmachung -> die Gleitzeitvereinbarung ist unwirksam, da diese zwingend schriftlich sein muss
-          Ein flexibles Arbeitszeitmodell (Durchrechnung) wird ohne kollektivvertragliche Erlaubnis vereinbart -> die Durchrechnungsvereinbarung ist unwirksam, da eine diesbezügliche Regelung im anzuwendenden Kollektivvertrag sein muss
In allen Fällen liegt strafbares Lohndumping vor, wenn die Überstundenzuschläge nicht abgegolten werden.
 
-          Überstunden werden nicht einzeln abgerechnet, sondern mit einer Überstundenpauschale oder einem All in Gehalt -> Lohndumping ist möglich, wenn am Ende des  Deckungsprüfungszeitraumes die geleisteten Überstunden mit der  Überzahlung nicht abgedeckt sind.
 
 Lohndumping bei SV-pflichtigem Jubiläumsgeld:
-          Wird ein kollektivvertraglich gebührendes Jubiläumsgeld (z.B . anlässlich des 10. Beschäftigungsjahres)  nicht bezahlt, liegt Lohndumping vor (kein Lohndumping bei SV-freiem Jubiläumsgeld)
 
Lohndumping bei sehr hohen Diäten:
-          Zahlt ein Dienstgeber trotz höherem KV-Taggeldanspruch nur ein Taggeld in der Höhe von € 26,40 kann Lohndumping vorliegen,  wenn nachgewiesen wird, dass dem Dienstnehmer ein  geringerer Aufwand entstanden ist (der übersteigende Taggeldsatz  wäre kein Aufwandsersatz mehr sondern ein arbeitsrechtliches Entgelt)
 
Einstufung im Kollektivvertrag:
-          Sämtliche Vorschriften, die in Verbindung mit der Einstufung existieren, müssen beachtet werden. Es ist nicht ausreichend, die richtige Verwendungs- oder Beschäftigungsgruppe auszuwählen, sondern es müssen auch die nachgewiesenen Vordienst- oder Ausbildungszeiten berücksichtigt werden (nur dann, wenn dies vom Kollektivvertrag verlangt wird UND der Arbeitnehmer dies auch laut den kollektivvertraglichen Regelungen nachweist).
 
Für die Feststellung eines Lohndumpings ist die GPLA zuständig.  Die Strafbestimmungen sind
-> Bei maximal 3 betroffenen Arbeitnehmern - € 1.000,00 bis € 10.000,00 pro Person beim  ersten Mal,
€ 2.000,00 bis € 20.000,00 pro Person im Wiederholungsfall
-> Bei mehr als 3 betroffenen Arbeitnehmern - € 2.000,00 bis € 20.000,00 beim ersten Mal,
€ 4.000,00 bis € 50.000,00 pro Person im Wiederholungsfall.
 
Die Verwaltungsstrafe scheint in einer „Strafevidenzdatei“ auf.  Dies kann für das Unternehmen zu Nachteilen führen, z.B bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, bei Förderungen, bei der Genehmigung von Beschäftigungs­bewilligungen oder in der HFU-Liste bei der Auftraggeberhaftung.
 
Freie Dienstverhältnisse sind vom Lohndumping nicht betroffen.  Allerdings kann die Umqualifizierung von freien Dienstverhältnissen oder Werkverträgen in arbeitsrechtlich echte Dienstverhältnisse im Zuge einer GPLA zu Lohndumping führen und somit zu den entsprechenden Sanktionen.
 
Lohndumping bei ausländischen Arbeitgebern die Arbeitnehmer in Österreich beschäftigen:
Die Lohnunterlagen müssen in deutscher Sprache für die Dauer der Beschäftigung am inländischen Arbeitsort bereitgehalten werden.
Lohnunterlagen sind: der Arbeitsvertrag oder der Dienstzettel, die Lohnzettel,  Lohnzahlungsnachweise oder Banküberweisungsbelege, Lohnaufzeichnungen, Arbeitszeitaufzeichnungen sowie Unterlagen betreffend der Lohneinstufung zur Überprüfung des dem Arbeitnehmer zustehenden Entgelts. Der Strafrahmen für die Nichtbereithaltung der Lohnunterlagen sowie für die Verweigerung der Einsichtnahme beträgt  pro Arbeitnehmer      € 1.000,00 bis € 10.000,00, im Wiederholungsfall € 2.000,00 bis € 20.000,00.  Sind mehr als 3 Arbeitnehmer betroffen, werden Strafen von € 2.000,00 bis € 20.000,00, im Wiederholungsfall von € 4.000,00 bis € 50.000,00 pro betroffenen Arbeitnehmer fällig.
 
Bei ausländischen Arbeitskräfteüberlassern ist das inländische Beschäftigerunternehmen  zur Bereithaltung der Lohnunterlagen verpflichtet und bei Verstößen auch strafbar.
Die eingeführten Neuerungen erhöhen das bisher schon im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping bestehende Strafpotenzial von Unternehmen noch weiter. Es empfiehlt sich für den Arbeitgeber, die Einstufung ihrer Arbeitnehmer sowie sämtliche Lohnunterlagen sorgfältig zu prüfen.
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Pendlerrechner 2.0
(13.08.2014)
 
Der Pendlerrechner wurde überarbeitet und ist seit 25.6.2014 online. Arbeit­nehmer müssen nochmal rechnen und ausdrucken.
 
Was hat sich geändert?

  • Im Falle der Unzumutbarkeit der Benützung von Massenverkehrsmitteln berücksichtigt der Pendlerrechner 2.0 die schnellste anstelle wie bisher die kürzeste Straßenverbindung.
  • Da die Pendler meist zur Hauptverkehrszeit unterwegs sind, wurden die hinterlegten PKW-Geschwindigkeiten insgesamt reduziert.
  • Primäre Berücksichtigung von Park & Ride-Anlagen in der Nähe.
  • Massenbeförderungsmitteln gibt der Pendlerrechner 2.0 den Vorzug gegen­über Park & Ride-Kombinationen, sofern der Zeitunterschied weniger als 15 Minuten beträgt.
  • Sollten Hin- und Rückweg unterschiedlich sein, ist die längere Wegstrecke maßgeblich.
  • Mit dem Link „Wegbeschreibung einblenden" kann die Wegbeschreibung für PKW-Strecken angezeigt werden.

 
Was ist zu tun?
a) wenn noch kein Ausdruck dem Arbeitgeber vorgelegt wurde:
Soll das Pendlerpauschale und der Pendlereuro in der Personalverrechnung 2014 rückwirkend berücksichtigt werden, so muss man den Ausdruck des neuen Pendler­rechners bis 30.9.2014 in der Personalverrechnung abgeben.
 
b) wenn ein alter Ausdruck (Ausdruck VOR dem 25.6.2014) bereits abgegeben wurde – Pendlerrechner 2.0 bringt keine Verbesserung:
Hier muss man bis 31.12.2014 einen neuen Ausdruck abgeben, damit auch 2015 die Pendlerbegünstigungen berücksichtigt werden.
 
c) wenn ein alter Ausdruck (Ausdruck VOR dem 25.6.2014) bereits abgegeben wurde – Pendlerrechner 2.0 bringt eine Verbesserung
Hier kann man bis 30.9.2014 den neuen Ausdruck abgeben, damit die Verbesse­rung rückwirkend für 2014 berücksichtigt wird. Spätestens bis 31.12.2014 muss man aber neu ausdrucken.
 
d) wenn Ausdruck wegen Zeitüberschreitung oder wegen Wohnsitz im Ausland nicht möglich ist:
In diesem Fall kann man mit dem Formular L33 die Pendlerbegünstigung nach­weisen.
 

Ausdrucke aus dem Pendlerrechner mit einem Abfragedatum vor dem 25. Juni 2014 gelten nur noch bis 31. Dezember 2014. Ab 1. Jänner 2015 sind nur mehr Ausdrucke mit einem Abfragedatum ab 25. Juni 2014 zu berücksichtigen. 
 
Link zu Pendlerrechner 2.0
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Kleinbetragsrechnungen
(17. April 2014)
 
Die Grenze für Kleinbetragsrechnungen wurde von € 150,00 auf € 400,00 inkl. Umsatzsteuer angehoben. Üblicherweise enthalten die klassischen Paragon-Rechnungen von Registrierkassen oder die Kassenzettel im Detailhandel alle erforderlichen Angaben:
 
- Name und Anschrift des liefernden oder leistenden Unternehmers
 
- Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder Art und Umfang der sonstigen Leistung
 
- Tag der Lieferung oder Leistung oder Zeitraum, über den sich die Leistung erstreckt
 
- Entgelt und Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe
(also Betrag inkl. USt)
 
- Steuersatz
 
- Ausstellungsdatum
 
Eine „Mehrwertsteuerrechnung“ braucht man erst ab einem Betrag von € 400,00.

Kommen mehrere Steuersätze zur Anwendung (z.B. bei Bewirtungsrechnungen), müssen die Entgelte nach Steuersätzen gesplittet sein. Bei Sonderfällen, wie innergemeinschaftliche Lieferung, Dreiecks­geschäft oder Reverse-Charge können Kleinbetragsrechnungen nicht ausgestellt werden.
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Evaluierung der psychischen Belastung
(17. März 2014)
 
Aufgrund der Novellierung des Arbeitnehmerschutzgesetzes (ASchG) per 1. Jänner 2013  müssen alle Betriebe mit Mitarbeiter/innen psychische Belastungen am Arbeitsplatz evaluieren. Das heißt, dass psychische Gefahren mit standardisierten und normierten Verfahren (nach ÖNORM EN ISO 10075 Teil 1 bis 3) erhoben, dokumentiert und beseitigt werden müssen.
 
Kleinbetriebsbetreuung
Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können die Evaluierung gemeinsam mit einem AUVA-Mitarbeiter durchführen. Das Formular betreffend einer kostenlosen Präventionsberatung durch die AUVA finden Sie hier: Präventionszentrum der AUVA „AUVAsicher"
Der Besuch der Sicherheitsfachkraft und des Arbeitsmediziners ist kostenlos.
 
Evaluierung der psychischen Belastung
Für die Beurteilung der psychischen Gefährdung am Arbeitsplatz stellt die AUVA einen „ABS-Fragebogen“ zur Verfügung. Dieser soll im Rahmen eines Workshops mit den Mitarbeitern beantwortet werden, eine eigene ABS-Broschüre der AUVA gibt dazu eine genaue Anleitung.
 Merkblatt Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen
 ABS-Broschüre der AUVA
 Merkblatt zur Arbeitsplatzevaluierung M40 der AUVA
 
Weitere Informationen
Übersichtsseite zur Arbeitsplatzevaluierung www.eval.at
WKO-Informationen zum Arbeitsschutz  
 
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Änderung der Sachbezugswerteverordnung – PKW-Sachbezug wird angehoben
(26. Februar 2014)
Mit Verordnung des Bundesministers für Finanzen wurden die Höchstgrenzen der Sachbezugswerte im Zusammenhang mit der Privatnutzung eines Firmenfahrzeugs ab 1. März 2014 geändert.

Für die uneingeschränkte Privatnutzung eines arbeitgebereigenen Kraftfahrzeugs wird der höchste KfZ-Sachbezugswert nun von € 600 auf € 720 pro Monat angehoben. Der Sachbezugswert beträgt weiterhin 1,5% der tatsächlichen Anschaffungskosten inklusive NoVA und Umsatzsteuer. Die maximalen Anschaffungskosten liegen demnach nun bei € 48.000.
Sofern die privaten Fahrten mit dem arbeitgebereigenen Kraftfahrzeug nachweislich 500 Kilometer pro Monat nicht überschreiten, kommt wie bisher der halbe Sachbezugswert von nun maximal € 360 zur Anwendung (bisher € 300).

Ab dem Kalenderjahr 2014 sind die neuen maximalen Sachbezugswerte für Veranlagungen der Einkommensteuer für Zeiträume, die nach dem 28. Februar 2014 enden, anzuwenden.
Wird die Einkommensteuer durch Lohnsteuerabzug eingehoben, kommen die angehobenen Sachbezugswerte für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 28. Februar 2014 enden zur Anwendung.

Die Anhebung der Höchstwerte ist unabhängig vom Zeitpunkt der Anschaffung oder der erstmaligen Überlassung des Fahrzeugs. Die Luxustangente bleibt unverändert bei € 40.000.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen unter partner@goldsteiner.at gerne zur Verfügung.

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